Ein Bauernhof als Lernort

Kühe auf der Weide

Wie kann ein Bauernhof dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche etwas über Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ernährung lernen? Und wie können landwirtschaftliche Betriebe und Bildungseinrichtungen ihre Zusammenarbeit gewinnbringend gestalten? Darüber diskutierten und informierten sich am 15. November 2022 rund 60 Lehrkräfte, Erzieher*innen, außerschulische Partner und Vertreter*innen kommunaler Einrichtungen bei einer Tagung auf dem Landwerthof in Stahlbrode. Der Bauernhof, gelegen zwischen Greifswald und Stralsund, setzt auf ökologische Rinderhaltung und betreibt eine Metzgerei und Feinkost-Manufaktur.

Eingeladen hatte das Netzwerk "Lernort Bauernhof MV" in Kooperation mit der Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung M-V, dem Projekt „Vorpommern Connect“ und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. In dem Netzwerk haben sich Landwirt*innen, Gärtner*innen, Umweltpädagog*innen sowie Schulbauernhöfe und verarbeitende Betriebe zusammengeschlossen, um Wissen zu vermitteln und Austausch zu fördern.

Ein großer Schatz

Das Ziel der Tagung bestand darin, den interessierten landwirtschaftlichen Betrieben, Schulen und Kindertagesstätten Impulse für die eigene Arbeit zu geben sowie einen Raum für Austausch und Vernetzung zu bieten. Dadurch sollte auch auf der Verwaltungsebene der Bedarf für entsprechende Bildungsangebote deutlich gemacht und die Einrichtung einer landesweiten Struktur für den Lernort Bauernhof gefördert werden.

Der Neurobiologe und Mitbegründer des Netzwerks „Schule im Aufbruch“, Gerald Hüther, sprach sich ausdrücklich für das Anliegen der Organisatoren aus: „Ich glaube, dass Sie in diesen Bauernhofprojekten etwas verborgen haben, was in den Schulen möglicherweise viel zu kurz kommt. Wir wissen ja, dass Menschen sich nur dann um etwas wirklich kümmern können, wenn sie sich damit verbinden. Diese Verbundenheit ist vielleicht der wichtigste Schatz, den der Lernort Bauernhof bieten kann. Hier kann sie erlebt werden. Verbundenheit kann man nicht unterrichten.“

Dass dieser Lernort als wichtiger Bestandteil in den Schulalltag integrierbar ist, zeigte der Vortrag von Tobias Feitkenhauer, Projektleiter im Netzwerk „Frei Day“ der Initiative „Schule im Aufbruch“. Beim „Markt der Möglichkeiten“ erhielten die Teilnehmenden dann ein vielfältiges Informationsangebot, u. a. zu den Projekten „Vorpommern Connect“ und „Bio, regional und klimagesund – Stralsunder Kinder lernen auf Bauernhöfen“.

Die Serviceagentur gab Tipps zur Zusammenarbeit

Auch die Serviceagentur Ganztägig lernen M-V war bei der Tagung vertreten. Im Rahmen des „World Cafés“, wo es um Fragen nach Chancen, Freiräumen und Herausforderungen bei der Einbindung des Lernorts Bauernhof in den Alltag von Kitas und Schulen ging, informierte sie über die Möglichkeiten im Ganztagsbereich. Landwirtschaftliche Betriebe können als außerschulische Partner in ganztägig arbeitenden Schulen Unterricht ergänzende Angebote gestalten. Dabei haben sie die Wahl, ihre Angebote direkt in der jeweiligen Schule oder an ihren eigenen Standorten durchzuführen. Somit sind hier gute Voraussetzungen für den Lernort Bauernhof gegeben.

Die Serviceagentur setzt sich auch in ihrem Schulnetzwerk 14 für Bildung in Bezug auf Nachhaltigkeit, Ernährung und Umweltschutz ein. Nähere Informationen zu diesem Netzwerk und der Netzwerkarbeit der Serviceagentur insgesamt finden Sie hier.

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